Erschienen: „Das Ende rechter Räume“

Nach Jahren der gemeinsamen Diskussion und Monaten des kollektiven Schreibens erscheint in diesen Tagen unser Buch Das Ende rechter Räume. Zu Territorialisierungen der radikalen Rechten beim Verlag Westfälisches Dampfboot. Erdacht, kuratiert und verfasst vom Autor*innenkollektiv Terra-R nimmt es sich der Frage an, wie eine radikale Rechte im Aufschwung aus konkreten räumlichen Verhältnissen der Gesellschaft verstanden werden kann, ohne dabei in stereotype Reden von Stadt und Land oder Ost und West zu verfallen. In diesem Sinn verstehen wir Ende rechter Räume als doppeltes Plädoyer: für eine kritikfähige und positionierte Forschung zur radikalen Rechten und ihren räumlichen Hegemoniebestrebungen, wie auch für Differenzierung und Ambiguität in den populären Betrachtungsweisen dieser Auseinandersetzung.

Mit Das Ende rechter Räume schlagen wir eine konzeptionelle Neuorientierung vor, erproben sie am gesellschaftlichen Wirken rechter Mobilisierungen und Projekte und suchen das kritische Gespräch mit Akteur*innen aus Forschung und politischer Praxis. So will Das Ende rechter Räume das rechte Streben nach räumlicher Hegemonie, die Ungleichwertigkeits- und Gewaltverhältnisse dieses Strebens und sein Wirken auf Leben und Alltag von Betroffenen durchdringen; zugleich die äußerst wirksamen politischen und geographischen Logiken entschlüsseln, die der Normalisierung der radikalen Rechten Vorschub leisten. Für diese unmittelbare Auseinandersetzung mit Territorialisierungen vonseiten und bezüglich der radikalen Rechten will Das Ende rechter Räume Motivation und Mittel sein.

Das Autor*innenkollektiv Terra-R ist aus dem gleichnamigen Wissenschaftsnetzwerk hervorgegangen, das zwischen 2021 und 2025 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wurde. Es versammelt 13 Autor*innen mit unterschiedlichen Anbindungen in der Forschungslandschaft und der zivilgesellschaftlichen Praxis, die sich in der humangeographischen und raumbezogenen Forschung zur radikalen Rechten verorten. Unser Fokus auf den deutschsprachigen Raum korrespondiert mit internationalen Forschungserfahrungen zum Erstarken autoritärer Herrschaft und nationalistischer Schließungen. Unsere Arbeit im Wissenschaftsnetzwerk und Autor*innenkollektiv zielt darauf, bisher verstreute, raumbezogene Forschungserfahrungen zur radikalen Rechten zusammenzubringen, gemeinsame Expertise und Standpunkte zu entwickeln und auf gesellschaftliche Debatten mit konzeptioneller Differenzierung und empirischen Einblicken zu wirken.

Das Ende rechter Räume erscheint open access als E-Book und als Print beim Verlag Westfälisches Dampfboot. Wir freuen uns über Anschaffungen, Rezensionen und Besprechungen! Eine herzliche Einladung ergeht auch für die Release-Veranstaltung am 13. März um 19 Uhr im Pöge-Haus, Leipzig mit unseren Gästen Hannah Eitel (Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen), Esther Lehnert (ASH Berlin) und Philipp Oswalt (Uni Kassel).


Das Autor*innenkollektiv ist Anke Schwarz, Christoph Hedtke, Daniel Mullis, Felicitas Kübler, Jan Hutta, Johann Braun, Michael Krell, Monika Streule, Nils B. Ludwig, Paul Zschocke, Valentin Domann, Viktoria Kamuf und Zita Seichter.

Zitationshinweis

Buch: Autor*innenkollektiv Terra-R (2025): Das Ende rechter Räume. Zu Territorialisierungen der radikalen Rechten. Münster: Westfälisches Dampfboot.

Kapitel: Hutta, Jan/Kübler, Felicitas (2025): Affektive Territorialisierung: von Heimatliebe und Baseballschlägerjahren. In: Autor*innenkollektiv Terra-R, Das Ende rechter Räume. Zu Territorialisierungen der radikalen Rechten. Münster: Westfälisches Dampfboot, 79-99.